Hochschule
Wissenschaft, Forschung und Lehre sind wichtige Ressourcen unseres Bundeslandes. Ein Schwerpunkt des Saarlandes liegt auf der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Niveau unserer Hochschulen ist qualitativ hoch. Das Saarland hat die höchste Forschungsorientierung aller Bundesländer. Das hat jüngst der Bildungsmonitor 2010 des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln bestätigt. Die saarländischen Hochschulen haben eine hohe Qualifikation in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Aber auch geisteswissenschaftlichen Fächern messen wir eine hohe Bedeutung bei. Wir setzen uns für Rahmenbedingungen ein, unter welchen die Hochschulen an bisherige Erfolge anknüpfen können.
„Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen.“ Von diesem Grundsatz haben wir uns leiten lassen, als wir die Finanzierung der Hochschulen für die kommenden drei Jahre festgeschrieben haben. Noch nie hat eine saarländische Landesregierung den Hochschulen so viel an finanziellen Mitteln zur Verfügung gestellt wie die Jamaika Koalition. Rund 35,4 Millionen Euro zusätzlich können die Hochschulen in den kommenden drei Jahren erwarten, die Kompensationszahlungen für die entfallenen Studiengebühren sind hier nicht mit eingerechnet. Doch die zusätzlichen Mittel sind an Bedingungen geknüpft: Nur durch ein Mehr an Leistung gibt es auch mehr Geld. In den Ziel- und Leistungsvereinbarungen haben sich die Hochschulen und das Wissenschaftsministerium auf eine Reihe von Parametern geeinigt. So sollen beispielsweise die Zahl der Promotionen erhöht, mehr Drittmittel eingeworben und renommierte Forschungsprojekte an den Standort Saarland gebunden werden.
Qualitätssteigerung macht Hochschulstandort Saar attraktiver
Unser Ziel muss es sein, durch mehr Leistung das Profil unserer Hochschulen zu schärfen. Konzentration und Steigerung der Qualität – das sind die Schlüsselworte, nach denen wir die zukünftige Hochschulpolitik ausrichten müssen. Nur so können wir uns im nationalen wie internationalen Leistungswettbewerb der Hochschulen besser behaupten. Das Saarland ist bereits in Bereichen wie der Informatik spitze. Durch eine verstärkte Leistungsorientierung werden wir das auch in anderen Bereichen schaffen und so konkurrenzfähig bleiben.
Aber auch äußere Faktoren müssen bei der Ausrichtung der Hochschulpolitik berücksichtigt werden. So nimmt auf längere Sicht die Zahl der Studierenden aufgrund von demographischen Faktoren ab. Das Saarland ist von dieser Entwicklung besonders betroffen. Im Jahr 2020 werden im Vergleich zu 2008 rund 30% weniger Schüler ihren Abschluss machen. Es wird also umso wichtiger, Studierende aus anderen Bundesländern von den Vorzügen eines Studiums im Saarland zu überzeugen - auch um den Fachkräftebedarf der Zukunft zu sichern.
Auch dafür müssen Studium und Lehre kontinuierlich verbessert werden. Hierfür stellt die Landesregierung den Hochschulen noch einmal zusätzliche staatliche Gelder zur Verfügung. Sie sind die Kompensation für die entfallenen Studiengebühren. Für die Universität des Saarlandes bedeuten das noch einmal 10 Millionen zusätzlich, für die Hochschule für Technik und Wirtschaft 2,5 Millionen Euro.
Die finanzielle Ausstattung für die kommenden drei Jahre ist für die saarländischen Hochschulen ein solides Fundament. Doch wir dürfen nicht nur in Drei-Jahres-Schritten denken. Die Entwicklung der Hochschulen muss langfristig ausgelegt sein und hierfür stellen wir jetzt die Weichen. Die Gespräche zur Entwicklung einer Hochschulentwicklungsplanung beginnen und die relevanten Gruppen werden angehört. Denn nur durch eine langfristige Planung und stetige Qualitätssteigerung können wir das Saarland nachhaltig zu einem starken, innovativen und wettbewerbsfähigen Standort entwickeln.



